News-Blog Als wäre er nie weg gewesen

Als wäre er nie weg gewesen

Weser Baskets schaffen unter Trainer-Rückkehrer Cai Kaiser einen wichtigen Sieg gegen Hannover und spielen dabei wie im Rausch

Bremen. Cai Kaiser strahlte. Er sprang auf der Stelle, warf die Arme auf und ab und jubelte lautstark. Um ihn herum standen seine Spieler und hüpften eingehakt im Kreis. Der Grund für diese ausgelassene Jubeltraube war der wichtige 94:80 (51:34)-Heimsieg über den Tabellenletzten Hannover Korbjäger. Dieser Erfolg lässt die Abstiegssorgen der Baskets deutlich kleiner werden. Der Sieg gegen den Tabellennachbarn markierte gleichzeitig eine kuriose Rückkehr: Kaiser, der im Kern der Jubeltraube stand, war erst vor vier Wochen aus seinem Amt entlassen worden. Jetzt ist er wieder da und machte mit den Weser Baskets Bremen einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt in der 1. Regionalliga.

Zurück: Cai Kaiser. (Frank Thomas Koch)

Das war ein geiler Abend und ein tolles Gefühl, den Sieg eingefahren zu haben“, sagte Kaiser. Zu den Szenen nach der Schlusssirene sagte er: „Die Spieler haben mich aufgefordert, in ihre Mitte zu kommen.“ Das zeigt die Verbundenheit zwischen Spielern und Trainer, die in den vergangenen vier Wochen unter Kaisers Nachfolger und Vorgänger Tomasz Kumaszynski fehlte. Es waren auch die Spieler, die an ihren Manager Erkan Sahbaz herantraten und den Wechsel forcierten. „Wir wollten wieder mit Cai zusammenarbeiten“, sagte Routinier und Lautsprecher der Mannschaft Lars Kaniok. „Das lag aber nicht an der Person Tomasz Kumaszynski, sondern mehr an den unterschiedlichen Herangehensweisen.

Kumaszynski und die Weser Baskets – das passte nicht. Bei den Baskets fehlte es an Optimismus, Leidenschaft und Lockerheit. Sie verkrampften unter dem harten Arbeiter Kumaszynski, der viel Wert auf Disziplin legt. Sie verloren alle vier Spiele unter dem neuen Trainer – drei davon mit 30 oder mehr Punkten. Für die Beobachter der Weser Baskets dürfte es wie ein vierwöchiger Fiebertraum gewirkt haben.

Der Kontakt zwischen Kaiser und seiner Mannschaft bestand die ganze Zeit über. Er trainierte nach seinem Rauswurf die zweite Mannschaft und war somit weiterhin in der Halle an der Erlenstraße, wo er auf die Spieler traf und sich mit ihnen austauschte. Als Sahbaz dann auf Anraten des Teams an Kaiser herantrat, habe er nicht gezögert: „Das ist schließlich immer noch meine Mannschaft“, sagte der Trainer, der mit den Baskets in die 1. Regionalliga aufgestiegen ist.

Ob Kaiser über das Saisonende hinaus den Baskets erhalten bleibt, kann er noch nicht sagen. Das Vertrauensverhältnis zwischen Management und Trainer ist angeknackst. „Ich habe viel Zeit und Arbeit in das Projekt gesteckt. Da tat es sehr weh, dass mir das genommen wurde“, so der Rückkehrer. Sahbaz erkennt keinen Fehler in der Entscheidung des Managements: „Wir haben versucht, mit Kumaszynski dem Team neue Motivation für den Abstiegskampf zu geben. Das hat nicht geklappt. Aber ein Fehler war der Versuch nicht.

Im wichtigen Spiel gegen Hannover zeigten sich die Baskets wie verwandelt. Die kurze Phase der Nervosität zu Beginn wich schnell leidenschaftlichem Basketball. Ohne die Leistungsträger Jonas Liermann und Philipp Hellmich waren die Bremer Außenseiter. „Die Chancen standen gegen uns, aber ich bin immer positiv geblieben und habe gesagt: Wir schaffen das. Das habe ich auch dem Team in den zwei Trainingseinheiten, die wir hatten, vermittelt“, sagte Kaiser.

Mit einer Zonen-Verteidigung machten sie innen dicht und zwangen Hannover zu Würfen von außen. Die Fehlversuche sammelte Edward Seward unter dem Bremer Korb ein. Er verzeichnete 14 Rebounds. Offensiv spielten sich die Baskets phasenweise in einen Rausch. Andreas Bruns (21 Punkte), Mohammed Braimoh (19) und Seward (23) waren die Topscorer.

Kaiser verließ die Jubeltraube nach ein paar Minuten. Der Trainer musste zum Auswärtsspiel der zweiten Mannschaft, die er weiterhin betreut. Mit einem Sieg sicherte er dort den Verbleib in der Oberliga.

Weser Baskets: Braimoh (19), Köhler (7), Bruns (21), Kaniok (10), Seward (23), Delage (2), Hein (5), Bertan (7), Gottwich, Hanci, Thomas

von Maximilian Kamp

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