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Zukunft aktiv gestalten

Die Weser Baskets läuten personell den Umbruch ein und setzen auf Verjüngung. Darüber hinaus holen sie Nathan Barg auf die
Trainerbank zurück.

Erkan Sahbaz, im Hauptberuf Polizeibeamter, kümmert sich in seiner Freizeit um die Belange der Weser Baskets. (Frank Thomas Koch)

Es war eine sehr intensive, ja mitunter auch turbulente Spielzeit, diese Premierensaison 2016/17 der Weser Baskets Bremen in der 1. Regionalliga. Und ebenso intensiv fiel die Analyse der Serie aus. Die Trainerfrage, der Kader, das Sponsoring und auch die Spielklasse – für die Verantwortlichen um Sportdirektor Erkan Sahbaz gab es nach dem knapp geschafften Klassenerhalt einiges zu diskutieren und zu bedenken. Entscheidungen mussten her – und inzwischen sind diese Entscheidungen auch gefallen.

Die gute Nachricht vorweg: Die Baskets aus der Bremer Neustadt gehen auch in der kommenden Saison in der 1. Regionalliga an den Start. „Nach diversen Gesprächen mit Sponsoren ist die Finanzierung gesichert“, sagt Sahbaz. „Damit ist es uns möglich, in Bremen weiterhin höherklassigen Basketballsport anzubieten.“ Das wiederum soll mit einem personell neu zusammengestellten Team geschehen. „Um in der Zukunft erfolgreich sein zu können, musste ein Umbruch stattfinden“, sagt Sahbaz.

Die wichtigste Personalie bei diesem Umbruch war die des Headcoaches. Und hier wartet der Klub mit einer echten Überraschung auf: Nathan Barg, ehemals lange Zeit in Vegesack sehr erfolgreich tätig, zuletzt aber mehrere Jahre aus dem Geschäft, kehrt auf die Trainerbank zurück und tritt bei den Baskets die Nachfolge von Cai Kaiser an. „Nathan ist der beste Trainer, den ich persönlich kennengelernt habe“, sagt Sahbaz über den 58-Jährigen. „Er hat uns in Vegesack damals bis in die 1. Regionalliga geführt und dabei immer wieder junge Talente derart gefördert, dass es einige sogar bis in die Bundesliga geschafft haben.

Nun also soll Nathan Barg in der Neustadt Talente entwickeln, „denn in der Vergangenheit haben wir in Bremen immer wieder gute Nachwuchsspieler verloren“, so Sahbaz. Er selbst wird zudem künftig wieder näher an die Mannschaft rücken und neben seinem Posten als Sportdirektor auch den Part des Assistenz-Trainers übernehmen.

Auch hinsichtlich des Spielerkaders waren die Baskets nicht untätig. Schließlich galt es, einige Lücken im Aufgebot zu schließen. „Wir treten mit einem jungen Team an, das punktuell durch erfahrene Spieler verstärkt wird“, erklärt Sahbaz. Bei der Suche nach Neuverpflichtungen sind dem 37-Jährigen dabei zwei ganz dicke Fische ins Netz gegangen. Der eine heißt Ismar Kriese und ist in der Neustadt unter seinem Geburtsnamen Ismar Seferagic noch bestens bekannt. Der gebürtige Kanadier, der bereits als 18-Jähriger in Wolfenbüttel in der ProB spielte, war bis Sommer 2016 für die Baskets aktiv und hatte seinerzeit mit herausragenden Leistungen großen Anteil am Aufstieg in die 1. Regionalliga. Aus privaten Gründen spielte Kriese zuletzt nur in der Oberliga beim Kooperationspartner Bremen 1860. „Izzy will es noch einmal wissen“, sagt Sahbaz, der mit dem Forward stets Kontakt gehalten und die Rückkehr zu den Baskets in die Wege geleitet hat.

Ein echter Glücksgriff war zudem die Verpflichtung von Spielmacher Matt Reid. Der 33-jährige US-Amerikaner mit deutschem Pass spielte in Vechta (ProA) und bei den Artland Dragons (ProB), hat sich nun aber beruflich neu orientiert und seine Profikarriere beendet. „Das ist ein Sensationscoup“, sagt Sahbaz über den Point Guard, der zuletzt bei den Dragons im Schnitt 11,2 Punkte erzielte und nun das Spiel der Baskets lenken soll. Reid wird vor allem Lukas Köhler und Jonas Liermann entlasten, die ebenso wie Maurice Delage, Hermann Gottwich und Ediz Bertan aus dem Kader des Vorjahres verblieben sind. Neu im Aufgebot sind Abdelkarim Taadou (Bremen 1860), Marco Mennebäck (Delmenhorst) und die beiden Youngster Arber Zeqiri und Malte Buhl, die mit einer Doppellizenz auch für die Eisbären Bremerhaven in der NBBL spielen.

Abgeschlossen sind die Planungen für die Mitte September beginnende Saison damit aber nicht. „Ein, zwei Kracher sollen noch dazukommen, wir sind in Gesprächen“, sagt Erkan Sahbaz. Für das Ziel Klassenerhalt in der 13er-Liga mit drei Absteigern sei man indes jetzt schon „gut aufgestellt“.

Quelle: Weser Kurier, geschrieben von Frank Büter

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